Domowina sieht neue Dynamik in Minderheitenpolitik des Bundes – Natalie Pawlik würdigt Rolle des sorbischen Volkes in der Lausitz   

Am Donnerstag, 23.6., kamen der Vorsitzende und die Geschäftsführerin der Domowina, des Dachverbandes der Lausitzer Sorbinnen und Sorben, Dawid Statnik und Judit Šołćina/Scholze, nach Berlin zum Antrittsbesuch bei Natalie Pawlik, der neuen Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. Im Mittelpunkt stand neben persönlichem Kennenlernen der Gedankenaustausch über moderne Minderheitenpolitik im europäischen Kontext. 

Dawid Statnik und Judit Šołćina dankten Natalie Pawlik dafür, dass sie bereits die Zusammenarbeit mit der FUEN, dem größten Dachverband nationaler Minderheiten in Europa, begonnen hat, dem auch die Domowina als Mitgliedsverband angehört. Beide verwiesen darauf, dass sich die Domowina seit den 90-er Jahren in der FUEN besonders für die Koordination der Kooperation zwischen den slawischen autochthonen Minderheiten engagiert und sich als Brückenbauerin zwischen Ost und West versteht.

Statnik und Šołćina begrüßen die starke soziale Orientierung der neuen Beauftragten der Bundesregierung. An den aktuellen und vergangenen Strukturumbrüchen in der Lausitz zeige sich wie in einem Brennglas, dass Sprache und Kultur des sozialen Zusammenhaltes bedürften. 

Natalie Pawlik nahm die Einladung der Domowina zu einem baldigen Besuch in der Lausitz an. Der beratende Ausschuss für Fragen des sorbischen Volkes beim Bundesministerium des Innern, bei dem die Beauftragte die Federführung hat, wird bereits in diesem Herbst in der Lausitz zusammenkommen. 

Natalie Pawlik: „Die Sorbinnen und Sorben leisten mit ihrem vielseitigen kulturellen Leben einen wichtigen Beitrag zu Vielfalt und Miteinander in einer Region, die im Herzen Europas liegt und daher über Grenzen hinaus prägend wirken kann. Im heutigen Gespräch konnte ich bereits interessante Einblicke gewinnen, die ich schon bald gerne vor Ort vertiefen möchte. Ich freue mich auf die gute Zusammenarbeit insbesondere auch mit der Domowina, die der sorbischen Zivilgesellschaft eine lebendige Plattform gibt, auf der sie sich in die politische Willensbildung der ganzen Gesellschaft einbringen kann.“ 

Dawid Statnik und Judit Šołćina/Scholze: „Es ist zu spüren, dass mit der neuen Beauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten frischer Wind und viel Dynamik auf diesem Politikfeld Einzug gehalten haben. Wir wünschen Natalie Pawlik weiter viel Erfolg und bieten eine konstruktive Zusammenarbeit an. Die Zeichen stehen gut, dass lange herangereifte Vorhaben wie die Gleichstellung der sorbischen Frauen im Namensrecht oder die zweisprachige Ausschilderung an den Autobahnen im sorbischen Siedlungsgebiet in dieser Legislaturperiode Wirklichkeit werden könnten. Wir haben gespürt, dass die neue Beauftragte offen für weiterführende Diskussionen ist, und so werden wir die Frage der Berücksichtigung der nationalen autochthonen Minderheiten im Grundgesetz mit unseren Partnerinnen und Partnern im Minderheitenrat verstärkt in den politischen Diskurs einbringen.“ 

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