Zu besonders auffälligen Ergebnissen der repräsentativen Befragung „Lausitz-Monitor” 2022 Aktuelles / Lausitz – Monitoring erklärt Dawid Statnik, Vorsitzender der Domowina, des Bundes Lausitzer Sorben:

„Die sorbische Kultur ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Region“, sagen 59 Prozent der Menschen in der Lausitz. Damit ist das sorbische Leben in seiner regionalen Vielfalt als verbindendes Markenzeichen für die ganze Lausitz vom Bergland im Süden bis vor die Tore Berlins anerkannt. Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung sieht im Sorbischen somit den Schlüssel zu einer gemeinsamen Identität. Nur 19 Prozent, also weniger als jeder fünfte, stehen dem ablehnend gegenüber.

Besonders erfreulich für uns: Die sorbische Sprache, das wichtigste Merkmal der Existenz des sorbischen Volkes, ist in diese Anerkennung mit einbezogen: Die Zustimmung zur Aussage „Die zweisprachige Beschilderung im öffentlichen Raum in deutscher und sorbischer Sprache steigert die Attraktivität der Region“ stellt mit 49 Prozent die Ablehnung (28 Prozent) weit in den Schatten. Wir verstehen das auch als Rückenwind für die Revitalisierung des Sorbischen dort, wo es nicht nur unter dem Einfluss der Braunkohleindustrie aus dem Alltag verschwunden war.

Der Bundestag hat mit dem Strukturstärkungsgesetz für die bisherigen Kohlereviere von 2020 die „Bewahrung und Fortentwicklung der Sprache, Kultur und Tradition des sorbischen Volkes“ als integralen Bestandteil des gesamten Strukturwandels anerkannt (Artikel 17, Nummer 31). Inzwischen arbeiten wir auf dieser Grundlage in Brandenburg und Sachsen gemeinsam mit vielen Partnerinnen und Partnern mit neuen Projekten an der Verwirklichung dieses Auftrages.

Die Stärkung des Sorbischen bedeutet auch einen Schub für den Strukturwandel. Alle einzelnen Infrastrukturmaßnahmen können nur dann insgesamt die volle Wirkung für die Zukunft der Lausitz entfalten, wenn es ein gesellschaftliches Fundament für die ganze Region gibt, eine Verständigung auf etwas Gemeinsames. Das sorbische Leben bietet zugleich Lausitzer Zusammenhalt und lokale Vielfalt – dabei sind wir offen für alle Einwohnerinnen und Einwohner unabhängig von Sprache und Herkunft.“

Bild: Auszug zu sorbischen Aspekten aus den repräsentativen Ergebnissen der unlängst den Medien übermittelten Gesamt-Befragung

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