Mehr Austausch zwischen Sorbisch Lernenden in der Ober- und Niederlausitz – das wünscht sich die neue Referentin der Domowina für Bildung und Nachwuchsförderung, Katrin Suchy-Zieschwauck: „Die Obersorben sollten sich mehr mit der Sprache des sorbischen Volkes in der Niederlausitz vertraut machen – wir sind ein Volk, und für die Niedersorben ist der Umgang mit der obersorbischen Sprache im gemeinsamen sorbischen Leben längst eine Normalität.“ Suchy-Zieschwauck hat sich dieser Tage mit Vertreterinnen des Rates für Angelegenheiten der Sorben/Wenden* (RASW) Brandenburg, Kathrin Schwella (Vorsitzende) und Delia E. Münch (Mitglied) in Dissen/Dešno über Perspektiven sorbischer/wendischer* Bildung ausgetauscht. 

„Als Dachverband unterstützen wir die Position des Rates für Angelegenheiten der Sorben/Wenden, dass an jeder Schule im sorbischen/wendischen* Siedlungsgebiet ein sorbischsprachiges Angebot bestehen soll bzw. installiert werden soll. Das gilt aus unserer Sicht für Brandenburg und Sachsen. Konkrete Maßnahmen von Seiten der staatlichen Bildungspolitik haben der Erhöhung der Akzeptanz und der Attraktivität des Unterrichtens der sorbischen Sprache bei Lehrerinnen und Lehrern sowie Erzieherinnen und Erziehern zu dienen“, so Suchy-Zieschwauck.

Im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Domowina-Regionalverbandes Niederlausitz / Dolna Łužyca, Dr. Peter Schurmann, dem stellvertretenden Domowina-Geschäftsführer Marcus Koinzer und den Mitgliedern des Regionalvorstandes Franziska Albert (verantwortlich für sorbische/wendische* Jugendarbeit in Cottbus-Chóśebuz) und Torsten Mack im Cottbuser Wendischen Haus / Serbski dom stand die Verbesserung der Kommunikation zwischen allen Akteurinnen und Akteuren auf dem Gebiet der Bildung im Mittelpunkt. Dazu erklärt der Regionalverbands-Vorsitzende / župan Niederlausitz / Dolna Łužyca, Dr. Peter Schurmann:

„Wir wünschen uns eine Weiterführung der Bildungsklausur von 2019 als Bildungskonferenz – der Domowina-Regionalverband ist weiter bereit, aktiv mitzuwirken, das Bildungsministerium in Potsdam hat aber ebenfalls seiner Verantwortung nachzukommen. Wir brauchen eine Verständigung zwischen den sorbischen Institutionen, den Schulen und Kindertageseinrichtungen auf Ziel und Strategie: Welche Sorbischkenntnisse sollten sich Kinder und Jugendliche aneignen, und wie wird ein höheres Niveau der Sprachbeherrschung erreicht? Gleichzeitig wünschen wir uns mehr Austausch zwischen Bildungseinrichtungen in der Nieder- und Oberlausitz – wir sind ein Volk, das hat sich auch in unserer Bildungs-Politik und -Praxis widerzuspiegeln.“

*„Sorben/Wenden“ bzw. „sorbisch/wendisch“ werden in Brandenburg gleichbedeutend verwendet.

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