4.           Digitalisierung

Digitale Plattformen (Google, Amazon, Microsoft, etc.) nehmen mit ihren Sprachanwendungen eine führende Rolle ein. Leider ist die sorbische Sprache für diese Plattformen nicht rentabel. Sind Sie bereit, sorbische Anliegen in Anlehnung an die BT-Drs. 18/12542 gegenüber solchen Konzernen zu vertreten?

Antwort der Parteien CDU/CDU

CDU und CSU ist es ein wichtiges Anliegen, dass die Minderheiten in Deutschland gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Das gilt auch für die Nutzung von digitalen Medien. Wir halten es daher für wichtig, dass Sendungen des Mitteldeutschen Rundfunks und des Rundfunks Berlin-Brandenburg auch in sorbischen Sprachen ausgestrahlt werden und der sorbische Rundfunk inzwischen auch auf sozialen Medien zu finden ist. Wir wollen die Repräsentanten der Charta-Sprachen weiterhin darin unterstützen, auch die digitalen Medien gleichberechtigt nutzen zu können. Auch private Medienanbieter wollen wir dazu ermuntern, auf Minderheitensprachen Rücksicht zu nehmen.

Antwort der Partei SPD

Wir stehen für die digitale Souveränität von Bürger:innen und Verbraucher:innen ein. Wo globale Plattformkonzerne zu Monopolisten werden, bedrohen sie digitale Vielfalt und neigen dazu, nationalstaatliche Regeln zu umgehen. Wir werden deshalb gemeinsam mit den EUMitgliedsstaaten eine starke und präzise Regulierung schaffen, den Wettbewerb sichern und alternative Angebote fördern. Es braucht mehr Angebote mit hoher Datensouveränität. Es muss Alternativen zu den großen Plattformen geben – mit echten Chancen für lokale Anbieter. In diesem Zusammenhang wollen wir auch den adäquaten Einsatz der Charta-Sprachen in den führenden digitalen Plattformen für eine gleichberechtigte Nutzung als Kommunikations-, Informations- und Datenverarbeitungssprache unterstützen.

Antwort der Partei AfD

Zur Implementierung der sorbischen Sprache bei privaten Unternehmen hat die AfD noch keine programmatische Position entwickelt.

Antwort der Partei FDP

Wir Freie Demokraten unterstützen die besonderen Rechte und den Schutz der Kultur des sorbischen/wendischen Volkes, einer nationalen Minderheit und Volksgruppe in Deutschland. Wir sprechen uns unter anderem für eine aktive Sprachförderung, die umfassende Anwendung der öffentlichen Zweisprachigkeit in den entsprechenden Siedlungsgebieten und die Berücksichtigung bei digitalen Medienangeboten aus. Zudem wollen wir im deutschen Namensrecht sprachkulturelle Merkmale wie weibliche sorbische Familiennamen ermöglichen. Das finanzielle Engagement des Bundes für die Stiftung für das sorbische Volk zur Bewahrung und Entwicklung sowie Förderung und Verbreitung von Sprache, Kultur und Traditionen wollen wir fortsetzen. .*

* Die FDP hat eine Gesamtantwort auf alle unsere Fragen gegeben, die wir daher nun als Antwort auf jede Frage veröffentlichen.

Antwort der Partei DIE LINKE

Ja. DIE LINKE unterstützt die Pflege von Regionalsprachen und damit auch die Nutzung von Sorbisch in jeder Form der Anwendung, also auch in digitaler Form. Überall da, wo Sorbisch gesprochen und geschrieben wird, soll dies auch von den dort angebotenen digitalen Plattformen angeboten werden, sofern die Anbieter eine Größe haben, die das ermöglicht. Das beinhaltet auch, dass die Plattformen Vorkehrungen treffen müssen, um Inhalte in Regionalsprachen moderieren zu können, damit Hassrede, Beleidigungen und Bedrohungen erkannt und die Betroffenen geschützt werden.

Antwort der Partei Bündnis 90/ Die Grünen

Um Minderheitensprachen zu fördern, müssen diese sichtbar und anwendbar sein, unabhängig welcher Medien sich bedient wird. Als Teil unserer Digitalisierungsstrategie wollen wir GRÜNE eine europäische, digitale Medienpattform in öffentlicher Trägerschaft einsetzen, die europaweit Zugang zu qualitativ hochwertigen, mehrsprachigen Inhalten und Informationen vermittelt. Die Plattform kann auch dazu dienen, Informationen in Regional- und Minderheitensprachlich zugänglich zu machen. Die europäische Medienplattform arbeitet mit den nationalen öffentlichen Rundfunkanstalten zusammen, macht deren Inhalte europaweit zugänglich und kann frei von jeglicher politischer Einflussnahme agieren. Die kritische Lage bedrohter Sprachen wie Saterfriesisch und Niedersorbisch hat sich nicht verbessert. Wir werden die DOMOWINA daher weiter in ihren Forderungen zur Integration und Bereitstellung der Sorbischen Sprache in digitalen Erzeugnissen unterstützen.

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